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Wissensbasis Canyoning

Abseilen


Aktualisiert:10.01.07

Abseilen ist eines der wichtigsten Fortbewegungsarten beim Canyoning. Dabei wird - physikalisch gesprochen - potentielle Energie in Wärmeenergie umgewandelt, sprich: man rutscht am Seil herunter, dabei wird Reibungswärme frei. Bei den ersten Abseilmethoden lief das Seil zum Bremsen über den Körper - z.B. beim Dülfersitz - und setzte die Reibungsenergie dort auf höchst unangenehme Weise frei. Heute verwendet man einen bequemen Sitzgurt und  Abseilgeräte, die das Abseilen komfortabler, schneller und sicherer machen.

Beim Canyoning gibt es im Gegensatz zum Klettern einige Besonderheiten: Es gibt längere Abseilstellen, die Abseilstellen können im Wasser verlaufen, was einen erheblichen Zug am Seil, erschwerte Bedienung und zusätzliche Gefahren bedeuten kann, und es wird mit unterschiedlichen Seilstärken mal am Einfachstrang, mal am Doppelseil abgeseilt. Deshalb ist es beim Abseilgerät u.A. sehr wichtig ist, daß man die Bremskräfte sehr flexibel variieren kann, bis hin zur einfachen Fixierung. Auch, daß das Abseilen in einem turbulenten Becken enden kann stellt ganz eigene Anforderungen.

Von aktivem Abseilen  spricht man, wenn der Abseilende sich selbst abläßt, die Bremse am eigenen Körper ist. Vom passiven Abseilen spricht man, wenn  die  Abseilbremse am Standplatz befestigt  ist, und der Abgeseilte von einer zweiten Person von oben abgelassen wird. Die Wahl des "richtigen" Verfahrens, auch ob man am Einfach- oder Doppelstrang abseilt sorgt in der Canyoningszene für heftige Diskussionen. Kennen und anwenden können sollte man sie alle. Es gibt auch Situationen, wo aktives- und passives Abseilen kombiniert werden.

Zusätzlich gibt es auch einige besondere Methoden wie das Synchron-Abseilen,  das man insbesondere wegen der damit verbundenen speziellen Risiken kennen sollte, oder das "geführte Abseilen", das Rappel Guidé.

Unabhängig von der verwendeten  Methode gibt es beim Abseilen ein paar spezielle Risiken:

Wenn das Seil über eine scharfe Kante führt, kann das Queren oder Pendeln beim Abseilen sehr gefährlich werden. So hat es z.B. 1983 (die Seile waren damals auch schon gut!) einen tödlichen Absturz beim Abseilen am Einfachstrang gegeben. Dabei war ein Seil beim Pendeln 1,5 m quer über eine Scharfe Kante gezogen und dadurch regelrecht zerschnitten worden. Aber auch ruckartiges Abseilen kann vor allem bei langen Abseilern zu erheblicher Scheuerwirkung und zur schnellen Zerstörung des Seiles führen.

Im turbulenten Wasser besteht die Gefahr, sich im Seil zu verheddern. Idealerweise sollte das Seil dann so abgelängt werden, daß das Seil an dem abgeseilt wird knapp oberhalb der Wasseroberfläche endet. Ein längeres Abziehzseil wird dann außerhalb des Gumpens geführt.

Zu beachten ist:
  • Sichere Abseilstelle einrichten, bzw. auf Sicherheit überprüfen
  • Haken möglichst nicht axial belasten (passiert meistens zu Beginn des Abseilens und in der Selbstsicherung)
  • Scheuergefahr gering halten:
  • Ruckartiges Abseilen und unnötige Querbewegungen vermeiden.
  • Seilführungen über scharfe Kanten vermeiden
  • Evtl. Scheuerschutz einsetzen oder Seil verschieben.
  • Keine losen Steine lostreten, die Kameraden oder Seil gefährden.


Autor(en) und Copyright: MP

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