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GPS - Koordinaten


Aktualisiert:27.06.07

GPS-Geräte haben keine speziellen eigenen Koordinatensysteme, allerdings bieten sie die Möglichkeit, fast beliebige Koordinatensysteme einzustellen. Historisch bedingt haben viele Länder eigene Gitternetze (oder Koordinatensysteme) entwickelt, vielfach für das eigene Land oder für die einfachere Verwendung mit Papierkarten optimiert. Im Laufe der Zeit wurde auch das Erdmodell - das sogenannte Referenzellipsoid - verbessert, also die Darstellung der Abweichung der Erde von der Kugelform, so daß sich in Kombination weit über 40 verschiedene gängige Systeme ergeben. Das GPS-System basiert auf dem Erdmodell WGS84 (World Geodetic System 1984).

Manche der verwendeten Koordinatensysteme sind unverwechselbar, andere sehen eindeutig aus, liefern aber Ergebnisse, die ein paar Hundert Meter Abweichung bringen. Bei guten Empfangsbedingungen erbringen moderne GPS-Geräte Genauigkeiten von 2-10m, so daß bei deutlich größeren Abweichungen ein Fehler bei dem verwendeten Koordinatensystem in Betracht gezogen werden sollte.

Um Fehler durch ein falsches Koordinatensystem auszuschließen ist bei der Erfassung, der Kartenarbeit, aber auch bei einer Unfallmitteilung an die Bergrettung immer Koordinatensystem und Kartendatum genau anzugeben.

Weitere Fallen gibt es bei der Gradeinteilung: Es gibt Koordinatensysteme, die statt mit 360° (Altgrad) mit 64° Einteilung (NATO) oder 400° Einteilung (Gon oder Neugrad, z.B. in der Vermessungskunde) arbeiten. Die Vertauschung von Ost und West auf einem Geologenkompaß ist da nur noch eine Randnotiz. Auch eine nichtdezimale Einteilung der Nachkommastellen in Minuten und Sekunden ist nicht unüblich.

So sind z.B. folgende Gradangaben (gerundet) gleich :

in Grad, Minuten Sekunden: 10°48'17'' 10 Grad, 48 Minuten, 17 Sekunden
in Grad, Minuten dezimal: 10°48,283' 10 Grad 48,283 Minuten
in Grad dezimal: 10,80283° 10,80283 Grad

Bei der Arbeit mit Computer und GPS ist es am einfachsten mit der weltweit einheitlichen Länge und Breite in Altgrad dezimal zu arbeiten, z.B. in der Form: Länge: 11,60232° Breite: 47,56918°. In Mitteleuropa findet ansonsten auf Papier-Karten meistens das UTM-Gitter verwendung, in der Schweiz das Swiss-Grid. Eine Koordinatenumrechnung ist meist nur mit GPS oder Computer sinnvoll.

In den DCV-Topos werden evtl. vorhandene Schluchtkoordinaten in Länge/Breite und UTM wie nachfolgend z.B. für den Palvico angegeben:

Koordinaten für Karte und GPS / Anzeige in Google-Maps:
Karte
Ort WGS84-Länge/Breite dez.
WGS84-UTM rechts/hoch
Einstieg 10.6011409, 45.8453509 32T 0624325, 5078112
Parkplatz Ausstieg 10.5912706, 45.8417804 32T 0623566, 5077700

Eine Liste aller Koordinaten zur Übernahme ins GPS ist ebenfalls vorhanden.

Autor(en) und Copyright: MP

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