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Wissensbasis Canyoning

Hubschrauberbergung


Aktualisiert:06.12.06

Bei Unfällen im alpinen Bereich kommt es heute oftmals zur Bergung der Verletzten oder dem Verletztentransport mit dem Hubschrauber. Dabei bieten Canyons für den Piloten ein äußerst schwieriges Einsatzgelände, nur selten wird eine Bergung direkt am Unfallort möglich sein. Nachfolgend einige Hinweise:

Die Alarmierung sollte nur über die offizielle Notrufnummer erfolgen, es gibt auch private Rettungsdienste deren Qualifikation im alpinen Bereich zweifelhaft ist, auch die evtl. Kostenübernahme durch eine Versicherung könnte sonst gefährdet sei. Neben den üblichen Unfallangaben möglichst genaue Postionsangabe, wenn möglich mit Höhenangabe oder GPS-Koordinaten. Auch Gruppengröße, auffällige Kleidungsfarbe und etwaige Lufthindernisse angeben (Materialseilbahn 200 m oberhalb..) angeben. Auch eine Wetterangabe am Unfallort kann hilfreich sein.

Beim Anflug des Hubschraubers mit beiden Armen nach oben ein Y für "yes-ja,  ich brauche Hilfe" bilden. Mit einem Arm oben, das andere unten bildet man ein N für "nein, ich brauche keine Hilfe". Damit kann man, wenn man nicht beteiligt ist, schnell die Situation für den Piloten klären. Auch sollte man sein Handy angeschaltet lassen, da der Pilot gegebenenfalls so Kontakt aufnehmen kann. Wenn der Hubschrauber am falschen Platz sucht kann auch eine Leuchtkugel helfen, jedoch nicht in unmittelbarer Nähe des Hubschraubers!

Um Retter abzusetzen kann der Hubschrauber
  • landen und Rotor abstellen,
  • bei laufendem Rotor eine Kufe am Boden abstützen oder
  • Retter mit dem Bergetau absetzen oder aufnehmen
Bei diesen Aktionen kann der Pilot Hilfe durch einen Einweiser gebrauchen. Gleichzeitig besteht für diesen eine erhöhte Gefahr durch den "Downwash", also den vom Rotor verursachten, heftigen Luftstrom. Dieser kann sowohl Steinschlag auslösen, Einweiser oder andere ungesicherte Personen umwerfen, wie auch ungesicherte Gegenstände wie Rettungsdecken oder Biwacksäcke aufwirbeln, die den Hubschrauber beschädigen können. Daher ist der voraussichtliche Landeplatz und die unmittelbare Umgebung davon freizuhalten.

Checkliste Hubschrauberrettung (nach Berg und Steigen 3/02):
Alarmierung
  • Nur über offizielle Notrufnummer
  • Exakte Angaben zum Notfallort
Auffinden Notfallort
  • Möglichst weithin sichtbaren Geländepunkt aufsuchen
  • Auf sich aufmerksam machen
  • Klare Handzeichen geben: YES, NO
  • Handy zum Einweisen verwenden (eingeschaltet lassen)
  • nach "Ziffernblatt" einweisen ("Unfallort Richtung 2Uhr" = schräg recht vom Piloten in Flugrichtung))
Auswahl Landeplatz
  • Einigermaßen eben, Hindernisfrei, min. 5x5Meter
  • Pilot entscheidet, ob er landet oder nicht
Einweisung zur Landung
  • Einweisung steht mit Rücken zum Wind luvseitig am Ende des Landeplatzes
  • Stehen bleiben! Bei Schnee einzige Orientierungshilfe für den Piloten!
  • Auf Downwash und Lärm gefasst machen (Kapuze, Brille)
Verhalten am Landeplatz
  • Unmittelbarer Bereich um den Hubschrauber ist Gefahrenzone
  • Lose Gegenstände entfernen oder fixieren
  • Nur von vorne und auf Zeichen des Piloten nähern
Ein- und Aussteigen bei abgestützten Kufen
  • Ruckartige Bewegungen vermeiden
  • Anweisungen der Crew exakt befolgen
Taubergungen
  • Auf Downwash vorbereiten (Steinschlag, Absturzgefahr)
  • In absturzgefährdetem Gelände gilt :
    • Maximal zwei Helfer beim Verletzten
    • Eigenschutz nicht vernachlässigen - Selbstsicherung
    • Auf Pendelbewegungen des Retters achten
    • Seile und Schlingen ordnen
    • Eine einzige, leicht lösbare (Schraubkarabiner) Selbstsicherung herstellen
 

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