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Wissensbasis Canyoning

Kronenbohrhaken / Spits


Aktualisiert:04.12.06

Kronenbohrhaken (auch Spits genannt) sind seit vielen Jahren in der Speleologie aber auch beim Canyoning zum schnellen Anbringen von Sicherungspunkten gängig. Ein Kronenbohrhaken ist ein gehärteter Metalldübel, der gleichzeitig als Bohrerer dient. Dazu wird er auf einen Bohrgriff aufgeschraubt und unter leichtem Drehen und regelmäßigemem Entfernen des Bohrstaubes in den Fels eingeschlagen. Nach erreichen der vorgeschriebenen Bohrtiefe wird der Kronenbohrhaken entfernt und das Bohrloch noch einmal gereinigt. Danach wird ein Keil in die die Spitze der Bohrkrone gesetzt und beide bis zum Anschlag in das Bohrloch geschlagen. Dabei spreizt der Keil die Spitze auf (->Expansionsanker) und erreicht so die Verankerung im Fels.

Anschließend wird daran mit einer passenden Schraube eine Lasche befestigt. Zu beachten ist das oftmals relativ geringe Anzugsdrehmoment (Herstellervorschrift beachten!).

Die übliche Größe eines Kronenbohrhakens beträgt 12x23mm(M8-Schraube) oder 14x30(M10-Schraube).

Diese Kronenbohrhaken sind nicht normgerecht und können als technisch überholt gelten!

Neben dem Vorteil des schnellen und unkomplizierten Setzens haben Kronenbohrhaken folgende Nachteile:
  • Korrosionsanfällig (Rost!), da kein Edelstahl möglich
  • anfällig für Frostsprengung
  • bei Lockerung kein Nachziehen möglich
  • genaue Bohrtiefe nötig - Verkeilung erfolgt nicht, wenn Bohrloch zu tief
  • Beschädigung des Hakens beim Einschlagen möglich
  • Sehr hohe Spreizkräfte in geringer Tiefe - Abplatzen bei schlechtem Fels möglich
  • im Vergleich zu anderen Systemen relativ geringe Haltekraft, zum Halten eines Sturzes sind sie nicht geeignet.
Mittlerweile gibt es am Markt eindeutig bessere und sicherere Systeme, die mit ähnlichem Aufwand anzubringen sind.

Autor(en) und Copyright: MP

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