Titelbild1 Titelbild2
Bild links
Seitenindex Stichwortsuche: 

Wissensbasis Canyoning

Sicherungsmaterial


Aktualisiert:31.03.07

Die folgenden Abbildungen zeigen verschiedene Möglichkeiten zur Einrichtung von Sicherungen für Abseilstellen.

Einfachsicherung mit Dübel, Lasche und Schraubglied

Die Löcher für Expressanker werden mit der Akkubohrmaschine gebohrt. Expressanker werden meist in Edelstahl in einer Länge von 5 - 8 cm mit einem Durchmesser von 8 mm oder 10 mm verwendet.

  • Durchmesser des Bohrlochs = Durchmesser des Dübels.
  • Wichtig: Tiefe des Bohrlochs mindestens = Dübellänge - 1 cm. (siehe Anleitung)

Zu geringe Bohrlochtiefe läßt den Dübel zu weit überstehen. Beim Aufdrehen der Mutter wird dann der Dübel eventuell zu weit herausgezogen, so dass das Gewinde zu Ende ist und der Dübel trotzdem noch nicht greift. Es muss dann neu gebohrt werden.
Ein Bohrloch tiefer als die Dübellänge ist aber kein Problem.

Der Dübel wird mit dem Hammer in das Bohrloch geklopft bis noch ca. 1 cm übersteht, dann die Lasche aufgesetzt und die Mutter angezogen. Durch das Anziehen der Mutter spreizt sich im Innern das Expansionssegment und der Dübel sitzt fest. Dabei ist auf das richtige Drehmoment zu achten.

Es gibt sowohl einfach und doppelt gespreizte Dübel. Im Bild oben ist ein doppelt gespreizter Dübel, die zugehörige Lasche und das Schraubglied zu sehen.

 

Doppelsicherung mit zwei Dübeln (mit oder ohne Kette)

Die Verbindung von zwei Expansionsdübeln oder Klebehaken mit einer Kette oder die beiden Laschen mit Abseilring stellen die optimale Sicherungsmöglichkeit überhaupt dar ! Beachte die Art und Weise, wie beim Kettenstand die Dübel übereinandergesetzt werden!

 

Einfachsicherung mit Klebehaken (mit oder ohne Ring)

Für Klebehaken, die meist 10 mm Durchmesser aufweisen, ist ein 12 mm-Bohrer erforderlich. Die Bohrtiefe entspricht der Lange des Hakens + 1cm. Nachdem das Loch gebohrt wurde, muss das Bohrloch sehr sauber ausgeblasen oder mit einer kleinen Bürste gereinigt werden, so dass sich kein Staub mehr im Bohrloch befindet (evtl. auch mit Strohhalm ausblasen).
Anschließend wird die Glasampulle in das Bohrloch gesteckt. Die Ampulle enthält in zwei getrennten Kammern Klebeharz und Härter.

Nun wird der Klebehaken mit dem Hammer in das Loch auf die im Bohrloch steckende Ampulle geschlagen. Das schützende Glas zerbricht und Harz und Härter treten aus. Durch Drehen des Hakens (mindestens 20 - 30 mal) werden beide vermischt.
Dann heißt es warten. Die Zeit bis zur belastbaren Festigkeit hängt sehr von der Außentemperatur und dem verwendeten Kleber ab (mindestens 20 Minuten). Sie ist der Beschreibung auf der Ampullenpackung zu entnehmen.

Obwohl Klebe- bzw. Verbundhaken prinzipiell die sichersten Haken sind, gibt es bei diesesen Systemen mehr Fehlermöglichkeiten als man denken würde. Dadurch haben sich auch schon etliche Unfälle ereignet. Daher sollte man immer die Setzanleitung befolgen und die Verarbeitungsvorschriften der Hersteller peinlich genau einhalten.

Das Seil kann nun direkt durch die Öse gezogen werden.
Im Bild oben sehen wir den Klebehaken, die Ampullen und einen Klebehaken mit Abseilring.

 

Sicherung mit Spit, Lasche und Schraubglied

Beim Canyoning sind vielfach noch Kronenbohrhaken oder Spits in Gebrauch, die jedoch als veraltet und nicht mehr normgerecht gelten. Der Spit kann mit dem Spitsetzer mit der Hand gebohrt werden. Dabei muss das Bohrloch und die Bohrkrone des Spits regelmäßig von Bohrstaub befreit werden. Das Setzen eines Spits dauert in Kalkfels in der Regel ca. 15 Minuten, in Granit bis zu 25 Minuten.

Das Bohrloch muss ca. 2 mm tiefer sein als die Länge des Spits. Beim Bohren mit Bohrmaschine empfiehlt es sich, das Bohrloch am Ende per Hand fertig zu bohren. Durch die Form der Spitze des Maschinenbohrers wird das Loch am Ende konisch eingetieft und die Keilwirkung ist dann unzureichend.

Nachdem das Loch gebohrt ist, wird der Keil in die Bohrkrone des Spits eingesetzt un der Spit mit kräftigen Schlägen in das Bohrloch geschlagen. Die Lasche wird mit der Schraube in das Innengeweinde geschraubt und das Schraubglied eingehängt. Dabei ist auf das richtige Drehmoment zu achten.

Wichtig:
Bei jeder Tour sind Hammer, Handbohrer, entsprechende Anker mit Schrauben, Laschen und Schraubglieder mitzuführen!!
In Notfällen bei defekten oder fehlenden Sicherungen läßt sich so immer eine (manchmal provisorische) Abseilstelle eirichten.

Maximale Belastung von Sicherungs- bzw. Fixpunkten

Belastungspunkt, -art
Belastung des Sicherungspunktes (max.)
Beispiel für 80 kg Körpergewicht
Vielfaches des Körpergewichtes
1 Abseilfixpunkt
2,5 kN
3
Seilbahn
2,8 kN
3,5
3,2 kN
4

 

Weitere Informationen:




Canyoning ist eine eigenverantwortliche Risikosportart, die umfangreiche eigene Kentnisse erfordert. Websitebetreiber und Autoren können keine Verantwortung für Fehlinterpretationen dieser Seiten oder fehlerhafte Angaben darin übernehmen.
Wir bitten bei möglichen Fehlern, Verbesserungsvorschlägen oder eigenen Beiträgen um Benachrichtigung!