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Wissensbasis Canyoning

Wiederbelebung / Reanimation / CPR


Aktualisiert:26.03.07

Richtige Reanimation oder Wiederbelebung kann nicht aus einem Buch oder einer Internetseite gelernt werden. Es werden Kurse zum erlernen der Techniken angeboten, die auch regelmäßig wiederholt werden sollten. Trotzdem soll hier einmal der aktuelle Stand dargestellt werden, insbesondere da sich die Lehrmeinung zum richtigen Verhalten in den letzten Jahren etwas gewandelt hat.

Bei der Diagnose, ob  eine Reanimation erforderlich ist, rückt die Feststellung der Kreislauffunktion - also des Herzschlages- in den Hintergrund. Stattdessen rückt die Atmung in den Vordergrund. Das hat mehrere Gründe:
  1. die Feststellung des Kreislaufs an der Halsschlagader kostet unnötig Zeit und ergibt bei Laien in der Hälfte aller Fälle falsche Ergebnisse, und
  2. gibt es - ohne Blockade der Luftröhre - keine Atmung, so besteht im Normalfall eigentlich auch immer Herzstillstand.
  3. Das Risiko einer (unnötigen) Brustkorbkompression ist geringer, als im Falle eines Herzstillstandes gar nichts zu tun
Im Gegensatz zur früheren Formel 1:15 (1x beatmen zu 15x Brustkompression) wird heute 30:2 (30x Brustkompression zu 2x beatmen) empfohlen, wobei der Kompressionstakt nicht unter 100x pro Minute liegen sollte. Dabei beginnt man immer mit der Brustkompression, einzige Ausnahme ist primäres Ersticken, z.B. beim Ertrinken: dann beginnt man mit 2 Beatmungen. Dabei kann das Gehirn allerdings nur mit ca. 30% der üblichen Sauerstoffmenge versorgt werden, es ist daher alles zu tun, damit der Sauerstoffbedarf insgesamt möglichst gering bleibt.

Es ist zu beachten, daß solange der Patient ohne Bewußtsein in Rückenlage liegt, der Kopf immer nach hinten überstreckt sein muß. Jede andere Kopfposition kann zum Verschluß der Luftröhre und damit zum Tode führen!

Zur Vermeidung von Infektionen bei der Beatmung (bei Stürzen blutet das Opfer ja oft) kann im Erste-Hilfe-Set eine einfache Beatmungsmaske, bzw eine Beatmungsfolie zum Dazwischenlegen mitgeführt werden.

Wenn in der Schlucht überhaupt ohne Zeitverlust möglich ist aber immer sofort ein Notruf abzusetzen, da schnellstmögliche professionelle Hilfe überlebensnotwendig ist. Hier zeigt sich dann der Vorteil einer ausreichenden Gruppenstärke.

Bei optimalen Bedingungen und dem zu erwartendem Eintreffen von Rettungskräften wird wiederbelebt bis entweder
  • die Atmung wieder eingesetzt hat
  • Rettungskräfte übernehmen können,
  • oder die Ersthelfer zu erschöpft sind um weiterzumachen
Bei schlechteren Bedingungen, z.B. in einer abgelegenen Schlucht mit langem Rückweg und ohne Alarmierungsmöglichkeiten kann es evtl. notwendig sein, die Wiederbelebung schon vorher abzubrechen.


Quellen: Berg und Steigen 1/2007
ERC (2005)
DRK/Erste Hilfe
ANR - Arbeitskreis Notfallmedizin und Rettungswesen


Autor(en) und Copyright: MP

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